Leider ist es ja so, dass die allerwenigsten TÄ eine wissenschaftlich fundierte Ahnung von Hundeernährung haben. Das ist nunmal kein Studienfach im Rahmen des Tiermedizinstudiums. Dort erfahren die angehenden TÄ nur sehr wenig und sehr unzureichend etwas über eine sinnvolle Hundeernährung resp. über die eigentliche Zusammensetzung von Futter für den Hund. Ihr Wissen haben die meisten TÄ von den Vertretern für die Hundefuttersorten, die ihre Praxis mit diesen leckeren größen Futtertüten und -dosen beliefern. Allen voran ist das besonders eine große Firma, die mit "H" anfängt und mit "s" aufhört! Diese wie auch viele andere TF - Sorten gehören in das hochpreisige Segment, den sog. Premiumsorten. Leider ist es aber so, dass damit nicht automatisch eine supertolle Qualität einhergehen MUSS. Wenn ich das jetzt so schreibe, dann habe ich mir das natürlich nicht ausgedacht, sondern berufe mich vor allem auf die Fakten von Wissenschaftlern und Journalisten (die dann diese wiss. Fakten veröffentlicht haben) des Ernährungsinformationsdienstes.
So hat allen voran Hans-Ullrich Grimm sehr genau über Jahre recherchiert, was jetzt ganz genau in dem Industriefutter für Hunde und Katzen enthalten ist und hat sich Gedanken darüber gemacht, warum so viele Hunde und Katzen allergische Symptome entwickeln, Unverträglichkeiten und in späterem Lebensalter in der Regel eine Niereninsuffizienz neben einer starken Leberbelastung. Im Rahmen seiner Studien wurde herausgefunden, dass nicht nur die günstigen Industriefuttersorten, sondern eben auch die hochpreisigen Futtersorten "Dinge"/ Substanzen enthalten, die der Tierhalter aber auch so gar nicht im Futter sehen möchte, die aber dadrin enthalten sind, da sie über die Tierfutterhersteller "wunderbar" entsorgt werden können und sie dafür auch noch Geld bekommen!!
Wenn ich von diesen Substanzen spreche, dann nenne ich sie jetzt auch mal ganz klar beim Namen: in sehr vielen TF-Sorten sind u.a. Klärschlämme gefunden worden und Industrieöle. Und es ist eben nicht so, dass die hochpreisigen TF-Sorten davon verschont bleiben: H..s ist da leider auch keine Ausnahme!! Es kommt im Grunde genommen kaum ein Industriefuttermittel gut weg.
Vielleicht fällt dem einen oder anderen jetzt die Untersuchung von der Stiftung Warentest ein. Sie hat im Heft 9 / 2006 die gängigen Hundefutermittel untersucht und ihr Testurteil dann darüber geschrieben. Jeder Hundehalter, der von dieser Untersuchung etwas wusste, hat sich darum bemüht, zu gucken wie denn sein Futter von der Marke xy abgeschlossen hat. Er hat dann meistens ganz beruhigt festgestellt, dass es ja z.B. ein "gut" oder auch ein "sehr gut" bekommen hat!!! Nur, es ist jetzt ganz wichtig auch zu wissen, was denn ganz konkret Stiftung Warentest untersucht hat!!!!!!
Untersucht wurde nämlich nur, ob das, was ein Hund an Nährstoffen erhalten muss, auch dadrin enthalten ist!!! Und das war nahezu immer der Fall. Es wurde NICHT untersucht, aus welcher Quelle diese Nährstoffe stammen (z.B.: Industrieöle sind auch nur Fett! Das ist aber ein himmelweiter Unterschied zu dem Fett, welches der Hund aus tierischen Quellen z.B. Hühnerhaut gewinnt!!!). Es wurde auch nicht untersucht, inwieweit die zugeführten Nährstoffe den Bedarf überschreiten und was das für Folgen auf Dauer für den Hund haben kann!!!
Sooooo, das war jetzt aber eine lange Einleitung.
Hans-Ullrich Grimm: Katzen würden Mäuse kaufen. Schwarzbuch Tierfutter, Wien 2007.
Es wird ja immer wieder die Frage gestellt, wann man seinen jungen Hund vom Juniorfuter auf ein Erwachsenenfutter umstellen sollte. Auf den Futterpackungen steht oft drauf, dass dieses Futter bis zum 12. ev. auch bis zum 18. Monat
Wir nehmen mal einen 5-Monate jungen GP, der jetzt 15 kg wiegt. Pro Tag erhält er 320g Royal canin Junior large/maxi.
Ich will euch jetzt nicht mit unendlichen Zahlenreihen nerven, deshalb wähle ich nur ein paar wichtige aus und erkläre mal den Bedarf.
Zunächst schreibe ich auf, was im erwähnten TF enthalten ist:
Ich wähle dazu mal nur das Ca aus, das Ph und den Vit.A Gehalt (ich könnte noch den Vit.D-Gehalt und viele weitere Nährstoffe nehmen, aber das kann ja auch langweilen.....
Royal canin Junior large/maxi hat auf 320g Futter pro Tag umgerechnet:
Ca: 3200 mg
Ph: 2720 mg
Vit. A: 60.800 I.E.
Jetzt rechne ich mal vor, was ein Hund in dem Alter bei dem Gewicht pro Tag aber nur braucht!!
Ca: 180 mg Ca pro Kg pro Tag = bei angenommenen 15 kg sind das = 2700 mg Ca
Ph: ca. 140 mg Ph pro Kg pro Tag = bei angenommenen 15 Kg sind das = 2100 mg Ph
Vit. A: 250 I.E. pro Kilo pro Tag = bei angenommenen 15 Kg sind das = 3750 I.E.
Nun kann jeder selbst einmal die Werte miteinander vergleichen. Pro Tag kommt der Unterschied gar nicht so zum Tragen, aber wenn der Hund das Woche für Woche erhält, ist das schon eine Menge, die dann weit über das erforderliche Maß hinausgeht!
Also:
Pro Woche ist der Bedarf:
Ca: 7x 2700 = 18.900 mg Ca
Ph: 7x 2100 = 14.700 mg Ph
Vit. A: 7x 3750 I.E. = 26.250 I.E.
Über das TF erhält der junge Hund nun aber das:
Ca: 7x 3200 = 22.400 mg Ca
Ph: 7x 2720 = 19.040 mg Ph
Vit. A: 7x 60.800 = 425.600 I.E. !!!!!!!!
Zwei wichtige Informationen möchte ich dazu noch erwähnen:
Die erste ist: ein Hund hat eine relativ hohe Toleranz, was eine Vit. A-Überdosierung anbelangt. Aber diese Werte, die ich eben ausgerechnet hat, sprengen dann auf Dauer doch den Rahmen. Es kommt zu einer Anhäufung von Vit. A vor allem in der Leber und dann auch im Blut.
Die andere Info ist: ein erwachsener Hund ist in der Lage, überschüssiges Ca über seine Nieren und über den Darm auszuscheiden (in Maßen). Auf Dauer sollte aber auch bei einem ausgewachsenen Hund gerade das Ca nicht zu überdosiert sein, sondern seinem Bedarf in etwa entsprechen, weil es sonst zu einer zu starken Nierenbelastung bis hin zu einer Niereninsuffizienz im Alter kommen kann.
Ein junger Hund kann sein überschüssiges Ca noch NICHT ausscheiden. Auf Dauer kann es schon zu Problemen im Knochenstoffwechsel kommen und zu einer frühzeitigen Nierenbelastung.
Mein Resumee ist: Ein Hund im Alter von ca. 5 Monaten sollte unbedingt auf ein Erwachsenenfutter umgestellt werden. Wenn man TF füttern möchte, ist es ganz wichtig, dass ihr darauf achtet, dass der Fettgehalt um die 12% liegt (nicht wesentlich weniger, da der Hund seine Energie aus dem Fleisch und dem Fett zieht, nicht aus Kohlenhydraten!!!!! ), das Ca sollte um 1% liegen, Ph unter 1%, das Vit. A sollte bei max. 12.000 I.E. liegen (das ist immer noch zu hoch, aber ihr werdet kaum ein TF finden, welches weniger hat....
So, ich hoffe, dass ich, nachdem ich jetzt geschlagene zwei Stunden hier geschrieben habe, ein paar zusätzliche Informationen für den einen oder anderen geliefert habe.
