Hallo Coco,
dazu hat Günther Bloch in seinem neuen Buch 'Wölfisch für Hundehalter' einiges geschrieben. Ich versuch es mal kurz zusammenzufassen.
Ranghohe Wölfe markieren, um nach außen ihr Revier abzustecken, nicht, um innerhalb der Gruppe ihre Dominanz zu zeigen. Wolfsrüde und -hündin markieren an der gleichen Stelle übereinander, um ihr Zusammengehörigkeitsgefühl zu zeigen.
Beim Hund ist in diesem Punkt einiges anders. Sie können bei Spaziergängen ja nicht so eindeutig ihr Revier markieren - da mischen wir Zweibeiner uns zu viel ein, geben die Wege vor, den Wohnort,... Hunde haben da oft einfach individuelle Angewohnheiten und markieren und Dominanz oder Revierverhalten kann nicht so klar in Beziehung gesetzt werden wie beim Wolf. Markieren hat deutlich auch sozialpositive Bedeutung, wenn ein Hund Urin oder Kot eines anderen übermarkiert.
Gegenseitiges Anpinkeln hat nichts mit Dominanz zu tun - es wird fast immer als Ritual mit neutraler Körperhaltung gezeigt. Meist mit freundlichem Gruppen-Riechen oder -Laufen vorher. Das heißt, wenn Mensch angepinkelt wird muss man die Körpersprache vorher und während des Pinkelns beobachten, um das wirklich beurteilen zu können. Bloch sagt, bei eigenen Untersuchungen hätte sich gezeigt, dass die Kleidung des Angepinkelten immer nach anderem Hund oder gar läufiger Hündin roch. - Und weist dann deutlich darauf hin, dass man so etwas zwar erklären und verstehen kann, aber deshalb noch lang nicht dulden muss

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Weiter erklärt er noch, dass Hunde schon mal ihre Näpfe oder Spielzeug,... anpinkeln, um es mit ihrem Individualgeruch zu kennzeichnen - etwa so wie wir unsern Namen in ein Buch schreiben. Auch da meint er: verstehen, aber trotzdem nicht dulden!