anspringen wird chronisch

Alles, was mit dem Verhalten Eurer Pudel zu tun hat
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impala
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anspringen wird chronisch

Beitrag von impala » Sa Jan 05, 2019 11:18 pm

ich bräuchte mal eure hilfe,
meine kleinpudelhündin lieschka ist jetzt 5 monate alt und das anspringen von leuten wird zum problem.

ich habe vom ersten tag an versucht, entweder es zu unterbinden, es zu ignorieren, in dem moment nie hochnehmen oder anfassen und
auch mit drohen, verbieten und loben wenn sie es nicht macht. ich hatte auch das gefühl, erstens dass sie es verstanden hat und zweitens dass es weniger wird, aber jetzt ist genau der punkt gekommen wo es ihr spass macht und ich mich frage ob es quasi selbstbelohnend geworden ist.

ich war jetzt zweimal mit freunden, deren kindern und hunden, spazieren, die hunde laufen frei und lieschka springt vor aufregung alles an was zwei beine hat, im vorbeirennen, einmal ran und weg. alle bis auf fremde leute, reagieren ärgerlich, aber reagieren natürlich was sich nicht ändern lässt.
bei mir macht sie es auch wieder häufiger, hört dann aber auf wenn ich schimpfe (was ich immer tue) irgorieren bringt da leider auch nicht viel, auch weil die situationen es nicht immer zulassen (wie zum beispiel im vorbeilaufen)

gehe ich mit ihr alleine ist es besser, weil sie nicht so aufgeregt ist, ich lobe immer wenn sie an leuten an der straße vorbei geht und halte sie per leine ab wenn sie es versucht.
irgendwas muss passieren, ich will keinen springenden hund und es ist für alle beteiligten nervig bis zum kotzen, wenns es draußen dreckig und matschig ist und der hund alle dauernd und immer wieder anspringt.

ich bin mit meinem latein am ende, kann man es irgendwie clickern, oder anders rangehen?
ein alternativverhalten wäre bestimmt gut machbar, aber sitz ist denke ich ungünstig weil sie ja aufgedreht ist und das rauslassen will, und wenn man läuft geht das auch nicht. was anderes kann sie eigentlich nicht. "nein" versteht sie, "sitz", und "auf deine decke", und mit "hier" habe ich angefangen. ich könnte sie vllt. draußen mit leckerchen so auf mich fokussieren dass sie nicht mehr daran denkt, aber das kann ja nicht sinn der sache sein, auch mag ich diese dressierte starre aufmerksamkeit nicht.

ich denke schon an die wasserflasche, oder ist es einfach noch zu früh? klar kann sie sich noch nicht so zusammenreißen und impulskontrolle ist schwierig, aber irgendwie sind wir in einer sackgasse und ich mache mir sorgen, dass ich das so nie wieder rauskriege.

sie ist sonst nicht stur oder aufmüpfig und eher kooperativ, ich würde auch behaupten wir haben eine starke vertrauenvolle verbindung, sie orientiert sich sonst gut an mir. sonst haben wir auch keine probleme, außer vllt. dass sie sich draußen vom freilauf aus nicht wieder anleinen lässt, also mir ausweicht, was ich jetzt durch eine kleine schleppleine gelöst habe und am rückruf arbeite.

bin für alle erfahrungsberichte, neue ansätze und ideen dankbar. lg impala

Malu
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Re: anspringen wird chronisch

Beitrag von Malu » So Jan 06, 2019 12:10 am

Hallo Impala,
Malu hat das auch gemacht. Kindern ist sie sogar "hinterhergesprungen", absolut nicht böse aber dennoch. Kinder/(fremde) Menschen anspringen geht garnicht, wer weiß ob der andere Angst hat bzw. wollen das Menschen nunmal nicht, ich ja auch nicht. Ich denke mir ging es da wie dir bzw. dir wie es mir ging. Es gibt ja auch Menschen, die in ihrer Angst treten (oder Leute die Hunde "hassen" und bewusst treten).
Ablenken hat nichts gebracht, schimpfen auch nicht, Alternativverhalten anbieten auch nichts und es kam nicht nur in "aufregenden" Situationen vor - sie selbst war in genau DEM Moment *klick* aufgedreht und kaum "ansprechbar". Es war definitiv selbstbelohnend, sie fand das klasse.

Also hab ich sie dann tatsächlich 2/3 Mal sehr deutlich angebrüllt ("nein") als sie das gemacht hat und vom "Objekt der Begierde" weggeschickt. Nicht ein Mal "geh weg", ich hab sie "vertrieben" verbal und bin ihr entgegen, bestimmt so 10 Meter und dann durfte sie kurz (2 Minuten vielleicht) nicht mehr zu uns und auch dann nur langsam, kein Gerenne. Sie ist seitdem an niemandem mehr so hochgesprungen.

"Gelernt" in dem Sinne hat sie da nichts, sie macht es nur aus Angst vor meiner Reaktion nicht mehr. Nur hatte ich die "Schnauze voll" auf gut deutsch und wollte das beenden. Auch weil ich z.T. mit Autisten arbeite und mein Hund sie nicht anspringen soll und darf. Das war der schnellste Weg. Aber - ich war mir vorher schon sicher, dass sie dadurch keine Angst vor "mir" bekommt, nur vor meiner Reaktion.
Später hat die Züchterin mir dann erzählt, dass Malu das bei ihr auch immer gemacht hat und das doch nicht schlimm sei (hatte sich also bis zu ihrem 4.ten Lebensmonat "gelohnt" also kein Wunder :bekloppt: )

Was du mal probieren könntest ist, dass du ganz schnell wegrennst, wenn sie jemanden anspringt (also im Freilauf). Manchmal hilft diese "wenn ich xy mache geht mein Mennsch weg, kacke!" Verbindung ja auch relativ gut.
Mit Clickern kenne ich mich nicht aus.

Ich wünsch dir viel Erfolg, deinen Frust in der Hinsicht kann ich sehr gut nachvollziehen.

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Re: anspringen wird chronisch

Beitrag von Resi » So Jan 06, 2019 8:02 am

ich bin bei sowas auch für sehr deutliche Ansagen. Abgesichert zusätzlich durch eine schleppleine. Und sowie der Hund erschrocken ob der Brüllerei zusammenzuckt und sein verhalten abbricht wieder nett sein, ran rufen absitzen lassen (damit er nicht bei dir hochhopst) und wirklich dolle loben.
Pudelverrücktsein ist schön- es kann eben nur nicht jeder...

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Re: anspringen wird chronisch

Beitrag von impala » So Jan 06, 2019 11:43 am

danke für eure antworten.
also anbrüllen mit nein und weg drängen hab ich schon versucht, wenn sie es bei mir macht hilft es, aber wenn sie andere anspringt, also von weiter weg und wenn sie frei läuft, hilft das nicht. aber wenn ihr sagt härtere bandagen, dann muss ich vllt. doch mal die wasserflasche in betracht ziehen.
lg impala

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Re: anspringen wird chronisch

Beitrag von Rohana » So Jan 06, 2019 12:00 pm

Da könnten dann aber auch die Menschen nass werden :lol: . Vielleicht versuchst Du es doch erst noch mit der Schleppleine, so dass Du auf die Distanz Zugriff hast und das Anspringen bei anderen Leuten schneller stoppen kannst?! Hilfreich wären auch ein paar helfende 'Fremde', die selbst aktiv das Anspringen unterbinden, so dass Dein Hüpfel lernt, dass sie nicht nur von Dir gestoppt wird. Das find ich immer hilfreich (und so helfen wir uns im Verein gegenseitig bei der Erziehung unserer Hupfdohlen).
Liebe Grüße von
Christiane, Kaba und Mika

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Re: anspringen wird chronisch

Beitrag von Malu » So Jan 06, 2019 12:07 pm

Bist du dir sicher, dass du sie sehr deutlich und ernst weit genug weggedrängt hast und es nichts "nicht ernst zu nehmendes" für sie hatte? Ich frag, weil Malu was das Anspringen angeht, ja auch erst reagierte, als wirklich deutlich wurde "so nicht Mädel, hier ist Schluss und das machst du nie wieder".
Das "einfache" lauter werden, "nein", die "das nervt!"-Ausstrahlung oder "sauer" reagieren hat bei ihr hingegen null gebracht.

Warum nicht, wie Resi ja richtig sagt, mit einer längeren Schlepp an einem Geschirr absichern für eine Weile? Dann kannst du auch von Weitem einwirken und auch das ranrufen und sich ruhig am Halsband anleinen lassen weiter üben.
Mag sein, dass sie wegen der Verletzungsgefahr dann erstmal weniger mit anderen Hunden "toben" kann, aber dann ist das eben so und wenn sie sich mehr auf dich als auf die anderen Leute/Hunde konzentriert ist das ja umso besser🤷‍♀️

Pinch
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Re: anspringen wird chronisch

Beitrag von Pinch » So Jan 06, 2019 1:42 pm

den Hund absichern, ist gut. Natürlich kann man das mit Clicker und Alternativverhalten trainieren. Zum Beispiel den abgesicherten Hund ranrufen und C+B. Sitzsignal geben, Handtouch üben und umlenken, es gibt viele Möglichkeiten. Die Belohnung ist für den Hund, dass die Leute immer reagieren. Gisa springt auch sehr gern, sie lässt es inzwischen fast ganz. Das wichtigste ist vorher einzugreifen, damit der Hund gar keinen Fehler machen kann. Viel Erfolg!
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