Iva und das leidige Futterproblem

Fragen und Tips rund um die Nahrung.

Moderator: Andy

Antworten
Lisa27
Einsteiger-Nase
Beiträge: 3
Registriert: So Okt 15, 2023 8:00 am

Iva und das leidige Futterproblem

Beitrag von Lisa27 »

Hallo liebe Foris,

Wir haben uns vor knapp 2 Jahren hier vorgestellt, als Iva als Welpe zu uns kam. Mittlerweile ist sie 2,5 Jahre alt und bereichert unser Leben total. Sie ist ein absolut toller Hund, für alle möglichen Späße zu haben, liebt es Tricks zu lernen, alles mögliche zu Apportieren, Such- und Schnüffelspiele und alles, was mit ordentlich Tempo zu tun hat (leider zählt jagen für sie auch dazu :roll: ). Man kann sie ganz wunderbar überall mit hin nehmen, ob trubelige Stadtbesuche, Restaurants oder lange Wanderungen, sie ist einfach gerne mit unterwegs. Also alles in allem wirklich super, genau der aktive lustige Hund, den wir uns gewünscht haben :streichel: . Aaaaaaber ein leidiges Thema gibt es, das endlose Futterproblem....

Ich bin aktuell einfach super frustriert und ich hatte das Bedürfnis, mich dazu auszutauschen, von euren Erfahrungen zu hören und mir ein bisschen externe Motivation zu holen, die Ausschlussdiät durchzuhaltem, die wir aktuell machen.

Aber von Anfang an: das erste halbe Jahr hat Iva einfach alles gefressen, was man ihr angeboten hat (und den ein oder anderen Haufen menschlicher K**** die sie unterwegs gefunden hat. :fechten: Warum zur Hölle findet sie die so regelmäßig?). So weit so gut und ich dachte juhu, vielleicht haben wir keinen super mäkeligen Pudel erwischt... falsch gedacht. :roll:
Mit ungefähr einem halben Jahr hat sie angefangen immer wieder Futter zu verweigern, in der Regel das Frühstück, dann ging absolut gar nichts mehr in den Hund rein. Darauf hat ihr Magen im Laufe des Tages immer mit starken Bauchgeräuschen reagiert, teilweise hat sie Schmerzsymptome gezeigt, Gras gefressen, erbrochen. Meistens hat sie dann abends oder nachts (Madame frisst schon seit sie ca 1 Jahr alt war Trockenfutter vorzugsweise nachts, das ist bis heute so ... aber gut, damit haben wir uns abgefunden. Wenn es funktioniert... :n010: ), spätestens im Laufe des nächsten Tages wieder gefressen. Es war immer der gleiche Kreislauf. Ein paar Tage, maximal 2-3 Wochen war alles gut, sie hat normal gefressen und dann kamen immer wieder diese Futterverweigern-Bauchweh-Gras fressen-Erbrechen-wieder fressen- Kreisläufe. Sie hat morgens Nassfutter bekommen, abends/nachts Trockenfutter. Achso und vielleicht muss man dazu sagen, dass sie auch sonst einfach unglaublich picky ist beim Thema Fressen. Zu viel los zu Hause --> keine Zeit zum Fressen. Spannende Umgebung unterwegs --> keine Zeit für Leckerlis. Zu heiß draußen --> sie frisst nicht. Läufig --> sie frisst nicht. Stress --> sie frisst nicht :keule: Zwei Trockenfutterkroketten kleben aneinander? --> Sie frisst diese nicht, sondern die bleiben im Napf zurück :frech: Einmal habe ich es gewagt, und ihr das bekannte Trockenfutter aber in größerer Krokettenform hingestellt, weil ich versehentlich für große Hunde bestellt habe... ich denke ihr wisst was kommt, ja sie hat es nicht gefressen :keule: Gefühlte 300 Futtersorten (bei Nassfutter waren es verschiedene Sorten von Hermanns, Nandoo und zuletzt Lakefields, TroFu relativ lange Edgard Cooper Lamm, weil das eigentlich konstant ging, auch wenn ich kein Fan davon bin aber gut, Hauptsache es frisst :roll: ), Tagesablaufs-Beobachtungen, vermutete Verbesserungen, Rückschläge, Selbstzweifel, ob man den Hund verwöhnt hat, Tierarztbesuche, unauffällige Blutuntersuchungen, unauffällige Kotuntersuchungen und viele Tränen später haben wir den TA gewechselt und im September letzten Jahres mit einer Ausschlussdiät gestartet. Also gab es 10 Wochen lang nur Royal Canin Anallergenic. Die ersten ca 2 Wochen waren der Horror, weil Madame auch das zunächst regelmäßig verweigert hat und die bekannten Kreisläufe auftraten. Es gab Ulmenrinde vorab, auch das hat nichts gebracht und es wurde eine Darmaufbaukur gemacht. Schließlich hatten wir es dann endlich geschafft, dass Iva das Futter regelmäßig und gerne gefressen hat und alle Symptome für ca 6-7 Wochen verschwunden waren. Juhuuu :wav: (gaaaanz vielleicht haben wir ihr das Futter kurzzeitig sogar ohne Öl angeröstet, weil die TÄ meinte, manchmal nehmen die Hunde das dann lieber, was für ein paar Tage unsere Rettung war. Und ja, wir kamen uns absolut bescheuert vor damit! Aber diese Bauchgeräusche immer wieder zu hören und zu sehen, wie sie Schmerzen hat, weil der Magen rebelliert hat... naja dann wird eben Trockenfutter geröstet :bekloppt: )

Anfang Dezember gab es dann gekochtes Pferdefleisch vom reinen Pferde-Metzger in der Nähe dazu. Glücklicherweise habe ich in weiser Voraussicht darauf geachtet, ihr vorher nie Pferd zu geben...ich hatte schon die Vermutung, dass es über kurz oder lang auf eine Ausschlussdiät rausläuft :roll: . Zusammengefasst, das hat sie gut vertragen (außer roh, das kam direkt wieder raus und die Stücke dürfen auch nicht zu groß sein... :keule: ). Also haben wir Anfang Januar auf die Ritzenberger Fleischrollen Pferd pur umgestellt. Wir wollten gerne eine praktischere Alternative zum frischen Fleisch, zumindest für Urlaube oder wenn sie mal fremdbetreut werden muss. Fand sie sehr sehr lecker und das Verweigern blieb mit allen Folgen verschwunden. Jackpot... dachten wir... :wav: und dann habe ich es wahrscheinlich verk****... :cry:

Ich dachte gut, Pferd geht ja scheinbar. Also gabs ab Mitte Januar getrocknete Pferdelunge als Leckerli, getrocknetes Pferdefilet, Sehne oder Dörrfleisch als Snack. Und ungefähr zeitgleich ein paar eingeweichte Reisflocken dazu (Kartoffeln hat sie vorher schon nicht angerührt...). Tja und dann hat das Kratzen und Knabbern angefangen. Erst dachte, ich es sind die Reisflocken, die also nach ein paar Tagen wieder weg gelassen, spoiler, das war es nicht. Dann hat sie Ende Januar noch eine Parasitentablette bekommen, das war es auch nicht (sie hatte letztes Jahr schonmal eine Phase, wo sie sich die Pfoten gekaut und geleckt hatte, TÄ meinte damals evtl Grasmilben -> Milbentablette rein -> am nächsten Tag war es verschwunden). Gut... dann dachte ich, vielleicht liegt es am langen Fell. Iva filzt schrecklich schnell, evtl in Kombi mit trockener Heizungsluft... also wurde das Tier trotz Kälte letzte Woche geschoren, aber auch das war es nicht. Jetzt wurde das Gekratze die letzten Tage immer mehr. Sie kommt teilweise total schlecht zur Ruhe, weil sie sich zeitweise so viel kratzt, dazu reibt und kratzt sich extrem viel die Schnauze. Fell, Haut, Zahnfleisch sieht alles normal aus... also muss ich wohl einsehen, dass es doch wieder am Futter liegen muss und ich wahrscheinlich zu vorschnell war... jetzt gibt es ab morgen wieder nur TroFu und am Dienstag gehts zum TA.... :|

Es ist einfach so unglaublich frustrierend und ich ärgere mich total, dass ich wahrscheinlich zu schnell zu viele Sachen (auch wenn es nur Pferd war) dazu gegeben habe, weil ich eben davon ausging, dass Pferd geht :? Und das Schlimmste daran ist, dass ich davon ausgehe, dass wir uns jetzt wieder auf ein bis zwei Wochen Verweigern und daraufhin Bauchweh einstellen müssen und das einfach so schwer auszuhalten ist, weil sie mir natürlich total leid tut. Gestern haben wir schon beschlossen, dass es nur noch Trockenfutter gibt. Der Hund hat den ganzen Tag dann wieder nichts gefressen, was zu Grasfressen und Bauchweh am Abend geführt hat... ich bin heute eingeknickt und es gab Ritzenberger Pferd zum Frühstück.... :oops:
Ich weiß absolut, dass man es eine Weile aussitzen muss, dass es schonmal geklappt hat und sich deutlich gebessert hat und alles. Aber es zerrt einfach so doll an den Nerven, den Hund immer wieder so zu sehen... Sie ist halt super nervig eigen, was fressen angeht, das Anallergenic hat sie die ganze Zeit gut gefressen, aber eben nur abends und nachts. Morgens nimmt sie das nicht mehr und als Leckerli... naja sie schaut mich an als würde sie sagen, "Kannste selber fressen...". :keule:

Manchmal wünschte ich, sie wäre Typ Staubsauger, wie die Pudeldame meiner Mutter... Die ist ein Labrador im Pudelkostüm :lol:
Danke an diejenigen, die bis hierhin durchgehalten haben :wav:
Ich wollte einfach mal mein Leid klagen und freue mich, von euren Erfahrungen zu lesen...ich brauche etwas Motivation zum Durchhalten und wenn eure Hündchen auch ein paar 'Eigenarten' beim Fressen habe, immer her damit, ich bin für jeden Lacher zu haben :lol:

Habts fein und ein schönes Wochenende allerseits, ich gehe dann mal Snacks und Futter für das Tierheim zusammenpacken, die freuen sich auf eine weitere Lieferung :lol:

Lisa mit Iva

Pudeljungs
Riesen-Nase
Beiträge: 2285
Registriert: Sa Okt 30, 2021 5:18 pm

Re: Iva und das leidige Futterproblem

Beitrag von Pudeljungs »

Hört sich nach sehr viel Stress und Futterumstellungen an und du weisst schon, dass dein Hund auch auf dich und deine Unsicherheiten reagiert ? Versuch mal Ruhe in das ganze reinzubringen. Hast du schon mal Futtersorten mit Fisch probiert. Meine beiden lieben das Tales und Tails Fisch im Kopp Softfutter, auch die Nassfuttersorten von Tales und Tails finden sie klasse. Aber auch die Anibio Lachswurst finden sie mega oder auch die Ritzenberger Wurst pur Fisch. Die kommt auch manchmal übers Trockenfutter. Mein Zwergpudel war früher auch mäkelig. Aber jetzt im Alter haut er meistens rein. Ich würde nicht dauernd die Proteinquellen wechseln. Gibt immer mal Tage, wo Hund keinen Appetit hat. Stress kann u.a. auch auf den Magen schlagen. Gesundheitlich, sprich Zähne, etc. ist alles abgeklärt? Auch Hormonprobleme führen zu Mäkeligkeit. Es gibt jede Menge mäkelige Hunde und ich glaube, ihre Herrchen/Frauchen leiden am meisten darunter :wink: .

Benutzeravatar
Tanja aus Haan
Supernase
Beiträge: 5744
Registriert: Di Nov 27, 2018 4:50 pm

Re: Iva und das leidige Futterproblem

Beitrag von Tanja aus Haan »

Ich hab Deinen Beitrag gern und mit einem lachenden Auge gelesen.

Aber dieses ka* Thema ist wirklich nervig. 🙄
Es tut mir leid, dass ihr derart betroffen seid.

Viele hier kennen "kannste selber fressen 😝".

Ein zweiter Hund kann helfen. :D
Oder/und minderwertigeres Trofu. 🫣
Beides selbst getestet.

Alles Gute. 🍀
Viele Grüße aus dem Rheinland
Tanja mit GP Nox (*3.10.18) und Helga (*14.3.14)

ditte
Zwerg-Nase
Beiträge: 850
Registriert: So Sep 27, 2009 9:33 pm
Wohnort: Kiel

Re: Iva und das leidige Futterproblem

Beitrag von ditte »

Auch wenn Liese kein Pudel ist, das Problem hatten wir auch. Anfangs (sie ist ein Auslandshund) war sie unser Staubsauger, hat alles vertragen. Dann morgendliche Probleme (Bauchgeräusche, Futterverweigerung, Erbrechen, gelegentlich Durchfall). TA meinte, allergisch auf Futterbestandteile. Verschiedene Fleischsorten probiert. Kein wesentlicher Erfolg. Dann fast 6 Wochen Hypoallergenic Futter gefüttert, Symptome nicht viel besser. Danach den Hund entgiftet nach dem Ratschlag einer Homöopathin. Dann eine Futtersorte gewählt die Liese noch nie hatte (Vet Concept Ziege Nassutter und als Leckerli Vet Concept Trockenfutter Ziege und nichts anderes). Und es funktioniert jetzt sehr gut, Output super, Appetit gut, keine Magenprobleme. Ist vielleicht bei uns Zufall, Glücksfall.

Ditte

Lalilo
Zwerg-Nase
Beiträge: 935
Registriert: Do Jan 31, 2019 7:13 pm

Re: Iva und das leidige Futterproblem

Beitrag von Lalilo »

habt ihr schon mal die Blutwerte gecheckt? Luna hat im laufe des Jahres 2024 immer schlechter gefressen, ich habe alles ausprobiert, zig neue Futtersorgen gekauft, am Ende kam lt. der Blutwerte heraus dass sie Morbus Addison hat.
Die Krankheit wird auch 'the great Pretender' genannt weil die Auswirkungen auf den jeweiligen Hund sehr individuell ist.

Letztendlich ist die Wahrscheinlichkeit klein, aber nichts muss, alles kann - und mal auf die Blutwerte schauen schadet nicht.
Liebe Grüße von der Alb
Lailo mit Großpudel Luna

Antworten

Zurück zu „Alles zum Thema Ernährung“