Aufstehen ging nicht, hinlegen ging nicht, bewegen nur wenig, extrem klapprig und immer nur ein paar schritte. Seine Neugier war fast komplett verflogen. Fressen??
OK, wenn das Leberwurstbrot erst im Maul ist kann mans auch runterschlucken. Die letzte Nacht war so schlimm, das wir ehrlich gesagt nicht damit gerechnet haben, dass er heute wieder aufwacht.
Was soll ich sagen?
Ein neuer Tag, ein neuer Benny. Er frisst (zwar gemäßigt, aber immerhin), er steht (mit viel Mühe aber alleine) auf und kann sich auch alleine hinlegen.
Er benimmt sich als hätts den gestrigen Tag und die letzten beiden Nächte nicht gegeben.
Und wieder drängt sich die Frage auf "Merken wir wenn er nicht mehr kann und nicht mehr will?"
Wir wissen dass die Zeit kommen wird wo wir ihn gehen lassen müssen. Der Tierarzt meint in Wochen denken wäre realistisch. Eigentlich hangeln wir uns schon jetzt von Tag zu Tag.
Allein bei dem Gedanken schießen mir die Tränen in die Augen. Immer wieder fragen uns Leute "Warum lass ihr ihn nicht einschläfern, der ist doch alt."
Klar Benny ist alt. Uralt. Benny ist ein GP und 15 1/2 Jahre alt. Er ist klapprig und hat seine beste Zeit längst hinter sich.
Plötzlich guckt er hoch, folgt mir in die Küche und muss unbedingt wissen was ich da mache.
Gibts ein Leberwurstbrot? Oder Käse? Wo ist die Katze? Wer hat da geklingelt? Hat Du Leckerchen in der Tasche? Nimmst Du mich mit ins Badezimmer? Nimmst Du mich in den Arm?
Und dann weiß ich wieder "Wir werden sehen wenn es soweit ist."
Jetzt noch nicht.
LG Sandra


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