Verzweifelt am Pöbelprinz

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Trice
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Verzweifelt am Pöbelprinz

Beitrag von Trice » Mo Nov 13, 2017 3:36 pm

Hallo ...
Mein GP ist jetzt 6 Monate alt und seit ein paar Tagen geht mit dem hören irgendwie nicht so viel. Spielen und alles andere ist viel wichtiger. Mir scheint auch, dass er mehr auf das Rudel fixiert ist. Ist es nicht noch ein wenig zu früh für die Pubertät?
Seine Bellfreudigkeit ist schon manchmal nervig , dass war von Anfang an und ich denke eher ein Charakterzug !
Die aggressiven Tendenzen, zum Bsp. Menschen entgegen laufen und anbellen!, sind neu. Bisher ist er immer auf Abstand geblieben , aber heute ist er ihnen ein Stück hinterher um eine Nase zu nehmen.
Er hört Dinge viel eher als ich sie überhaupt sehe und gleich immer TÖTERÖTÖ...Angriff :(
Ich bin immer unsicherer im ableinen . Durch die bellerei ( ich bin mir sicher ) dass es keine Unsicherheit ist , steckt er seinen "großen" Bruder auch an und der denkt er muss mit einspringen ............nervig !
Mein anderer GP ist 19 Moante alt und war noch nie so. Sehr einfach zu erziehen und immer entspannt .
Hat jemand von euch einen Tip.

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Re: Verzweifelt am Pöbelprinz

Beitrag von Rohana » Mo Nov 13, 2017 4:10 pm

Tja, den einen ereilt die Pubertät später, den anderen früher. Der Haken an den Jungs, die so früh in die Pubertät schlittern, ist natürlich, dass man noch nicht so viel Zeit hatte, das erwünschte Verhalten besser zu festigen.
Ich würde den jungen Mann in Deiner Situation vermutlich für die nächste Zeit an die Schleppleine nehmen. So hast Du die Lage besser im Griff, er hat keine Chance, Leuten nachzulaufen oder auch ihnen pöbelnd entgegenzugehen. Das sollte ja auf keinen Fall einreißen, zumal wenn Du schon merkst, dass dieser Mist auf den älteren Hund abfärbt. Und dann würde ich mit dem Jungspund mal allein 'Erziehungsspaziergänge' machen, in Gegenden/zu Zeiten zu denen man ganz oft Leute und Hunde trifft.
Liebe Grüße von
Christiane, Padge und Kaba

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Re: Verzweifelt am Pöbelprinz

Beitrag von Resi » Mo Nov 13, 2017 7:31 pm

Schleppleine dran und bei Fehlverhalten wirklich mal deutlich werden dass du genau das echt Schxxx findest.

Allerdings würde ich schon schauen warum er so nach vorne geht. Mit 6 Monaten sind die gerne mal ein bissl Huschibuhbuh und es gibt da Kandidaten die gehen eben aus Unsicherheit nach vorne. Aber auch hier kannst du ihm durchaus mitteilen was du davon hälst. Das gibt Vertrauen, denn scheinbar weiß Fraule ja was zu tun ist.
Pudelverrücktsein ist schön- es kann eben nur nicht jeder...

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Re: Verzweifelt am Pöbelprinz

Beitrag von Hauptstadtpudel » Mo Nov 13, 2017 9:35 pm

Ich stimme den anderen zu und würde noch ergänzen, bei uns hat es sehr geholfen, dass Bolle gelernt hat, hinter mir zu laufen. Das macht es auch sehr viel leichter, wenn ich seinen Kumpel Luca noch dabei habe - wäre also vielleicht auch was für deine beiden.

Ansonsten ist dieses Verhalten auch nicht untypisch in dem Alter (auch wenn es nicht alle zeigen), wenn ich mich recht entsinne, liegt das an "Umbauprozessen" im Gehirn, plötzlich sind überall "Monster", bis zu einem gewissen Grad lässt es auch wieder von alleine nach, aber trotzdem würde ich unerwünschtes Verhalten nicht zulassen.
Liebe Grüße, Katja mit Bolle
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Re: Verzweifelt am Pöbelprinz

Beitrag von Hauptstadtpudel » Di Nov 14, 2017 9:18 am

Noch eine Ergänzung, ich denke schon, dass die Hunde laut nach vorne gehen, die Situation/die Person nicht einordnen können und ihre Lösungsstrategie lautet dann in die Flucht schlagen, bzw. beeindruckend sein).
Wichtig finde ich deswegen auch, dem Hund die Möglichkeit zu geben das zu verarbeiten (sprich mit gesichtertem Hund in der Situation zu bleiben) bis er merkt, dass "nichts passiert". Das geht nicht immer, aber ich würde jede Möglichkeit dazu nutzen.
Manchmal kommt man auch in dem Erregungslevel nicht an - der Hund kann einen einfach nicht hören.
Auch das hat mit Prozessen im Gehirn zu tun, die ich leider nur sehr laienhaft wiedergeben kann.
Es gibt zwei Gegenspieler im Gehirn, die entscheiden, nach welchem Schema auf die Aussenwelt reagiert wird.
Der eine wird in Momenten aktiv, in denen Gefahr droht (oder zu drohen scheint) und sorgt dafür, dass der Körper alle Kraft zusammen nimmt, um sich schnell und vehement genug aus der Gefährdung zu entfernen oder ihr entgegenzutreten. In diesem Prozess wird Adrenalin ausgeschüttet und alles "Unwichtige" ausgeblendet - tatsächlich "kann" der Hund seinen Halter in diesem Augenblicknicht mehr wahrnehmen.
Das baut sich übrigens eher langsam wieder ab, ein Hund, der eben noch in Alarmbereitschaft war, hat noch lange eine niedrigere Reizschwelle.
Der andere Gegenspieler sorgt dafür, dass z.B. Lernen möglich ist, Interaktion mit der Aussenwelt.

Man muss versuchen, den Hund nicht in diese Ausnahmesituation rutschen zu lassen.
Leichter gesagt als getan.
Eine Möglichkeit ist, dem Hund ein Signal beizubringen, dass er mit fast absoluter Sicherheit ausführt.
Das kann ein Sitz sein.
Das soll dazu dienen, den Hund in dem Moment, in dem die zwei Gegenspieler im Gehirn ausfechten, wer jetzt das Sagen hat, zu unterbrechen. Allein, dass der Hund das Signal hört und dann ausführt, stärkt den Gegenspieler, der sich mit der Aussenwelt auseinandersetzt und verringert die Wahrscheinlichkeit, dass der Hund in ein Abwehrverhalten gerät.
Auf Dauer soll dem Hund dabei geholfen werden, andere Lösungsmöglichkeiten zu entwickeln, als nach vorne zu gehen, das geht aber eben nur, wenn er nicht hochfährt und man ihm sofort ein alternatives Verhalten anbietet (das kann ein Anschauen des Halters sein, es gibt aber Hunde, die schaffen es nicht, den Blick abzuwenden, da kann dann ein "Nase" - Hund stupst mit der Nase an die Hand des Halters, helfen, damit hat man dann letztlich auch den Kopf des Hundes, bzw. seine Blickrichtung, unter Kontrolle.)

Wie gesagt, sehr laienhaft dargestellt.
Ich habe mich eine Zeitlang sehr intensiv mit der Thematik befassen müssen.
Liebe Grüße, Katja mit Bolle
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Re: Verzweifelt am Pöbelprinz

Beitrag von Pinch » Di Nov 14, 2017 3:19 pm

Ich mache gerade einen interessanten online Kurs, hilf deinem Hund,. Die ersten Tage wurde die eigne Körperhaltung geübt: Kopf freischwebend, Hüftscheinwerfer, die die Richtung zeigen, Fußspitzen zeigen den Weg, bei jeder Begegnung Schultern leicht hochziehen, laut hörbar ausatmen, das dreimal, nicht mehr direkt zum Hund sehen, sondern locker und frei gehen. Das muss man üben😳Durch Haltung und Lockerheit signalisiert man Sicherheit. Heute haben wir geübt, alles anzuwenden, bei Begegnungen einen kleinen Bogen zu laufen und den Hund auf die vom Reiz abgewandte Seite zu bringen und auf dem Scheitel des Bogens anzuhalten, den Hund seitlich hinter dich zu bringen. Jeder Einzelschritt war eine Tagesaufgabe, zudem sollte man sich im Umgang mit dem Hund Filmen lassen, wobei besonders der Kopf und die Körperhaltung im Focus standen. Erstmal habe ich meine Schulterverspannungen bemerkt und die insgesamt angespannte Haltung. Platon mag nur Hündinnen, Rüden eher gar nicht, auf ihn zu rasende Hunde, grrrr. Der Kurs sollte Klick für Blick unterstützen, ich hätte NIE gedacht, dass die eigene Körperhaltung so viel Einfluss hat :lol:
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Re: Verzweifelt am Pöbelprinz

Beitrag von Hauptstadtpudel » Di Nov 14, 2017 4:49 pm

Klingt sehr interessant, Petra.
Wo machst du den Kurs?
Liebe Grüße, Katja mit Bolle
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Re: Verzweifelt am Pöbelprinz

Beitrag von Pinch » Di Nov 14, 2017 8:32 pm

https://www.denktier.at/ Brigid Weinzinger, ich hatte schon einmal einen Kurs belegt. Ihre Art vorzugehen, gefällt mir gut. Die Teilnehmer können sich in einer eigenen FB Gruppe austauschen und es sind wir hier nette Menschen dabei und keine "Pöbelprinzen - und Prinzessinnen" sehr angenehm :frech:
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Re: Verzweifelt am Pöbelprinz

Beitrag von Hauptstadtpudel » Di Nov 14, 2017 8:41 pm

Danke! :D
Liebe Grüße, Katja mit Bolle
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Trice
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Re: Verzweifelt am Pöbelprinz

Beitrag von Trice » Di Nov 14, 2017 8:44 pm

Vielen vielen Dank an alle , die sich hier die Zeit zum antworten genommen haben . Ich habe viele interessante Anregungen bekommen und werde versuchen diese anzugehen.
Die Schleppleine ist bestellt, müsste morgen kommen und dann gehts los. Ich muss dazu sagen , heute hat wieder alles gut geklappt.

Bisher war die Hundepfeife das absolute Signal und hat auch immer ausnahmslos geklappt. So das ich das mit der Hundepfeife auf jeden Fall weiter verfestige . Gott sei Dank ist der Junge sehr verfressen. :lol: Das war bei meinem Großen nicht so und alles ein wenig schwieriger , aber bei dem geht alles mit dem Ball. Da ist alles andere uninteressant.
Egal womit, wichtig finde ich das man eine Ablenkung findet, auf die der Hund reagiert.

Ich habe jetzt bei dem Kleinen mit dem Futterdummy angefangen , und er hat das extrem schnell verstanden ...
Ich glaube er hat schnell langeweile und sucht sich dann die Abwechslung. Da ich aber mit drei Hunden gehe, muss ich die Aufmerksamkeit aufteilen.
Das muss er lernen.
OHoh, das Leine laufen ist auch noch eine Sache die wir konsequent jeden Tag üben, aber hinter laufen geht echt schwer. Schon das nicht mehr so enorme ziehen war schon für mich eine schwierige Angelegenheit . Der Große ist schon auf einem guten Weg und schwierig ist es eben genau in dem richtigen Augenblick in Situationen zu reagieren , vor allem wenn man drei Hunde gleichzeitig führt. Ich hoffe das ich es weiterhin auch ohne Hundeschule hinbekomme, aber ich gebe mir die größte Mühe.

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