Assistenzhund

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pudelig
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Assistenzhund

Beitrag von pudelig » Mo Feb 20, 2017 6:53 pm

Ich beschäftige mich mit dem Thema Assistenzhund. Das es auch für Kinder mit fetalem Alkohol Syndrom Assistenzhunde gibt, das war mir bis gestern nicht bekannt und ich habe heute ein erstes langes Telefonat mit einem Assistenzhundezentrum geführt. Das fand ich ja sehr spannend. Im Moment kann ich nix zusätzliches mehr schaffen, mit meiner jetzigen Belegschaft. Aber vielleicht in 1 - 2 Jahren. Eine spannende Geschichte.
Wer hat denn hier Erfahrungen? Andy sicherlich. Noch jemand vielleicht dabei? Sicher nicht zufällig jemand mit FAS Kind. Aber ich freue mich über alle Infos und Erfahrungen.

Die Dame sieht weder GP noch Kurzhaarcollie als unbedingt geeignet für diese Aufgabe. Zu sensibel und dadurch zu instabil. Eher den Labbi oder Berner oder Goldi. Na Andy, was sachste dazu :frech:
Viele Grüße
von ilo mit Kleinpudel Micky *02.01.2015 & Zwerg Schlomo *19.03.2018
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Andy
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Re: Assistenzhund

Beitrag von Andy » Mo Feb 20, 2017 7:06 pm

Na ja, der GP wird ja auch nicht unbedingt gerne als Blindenführhund von einigen Blindenführhundschulen ausgebildet....insofern wundert mich diese Aussage nicht. Es kommt immer darauf an wie die einzelne Ausbildung abläuft. Viele Pudel vertragen in der Tat den häufigen Besitzerwechsel nicht. Dies ist ja der Fall, wenn der Hund zunächst in einer Patenfamilie lebt, dann in die Ausbildungsschule zur Ausbildung geht und dann zu der gehandikapten Person zieht. Wenn man jedoch in der Lage ist, seinen Assistenzhund selber auszubilden (ob mit Unterstützung oder nicht), dann können der Gehandikapte und der GP eine wundervolle Symbiose eingehen, denn dann ist gerade die Sensibilität des GP eine hervorragende Eigenschaft, die sich als sehr wertvoll erweisen kann.
Liebe Grüße, Andrea mit Majken (geprüfte Behindertenbegleithündin)

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Re: Assistenzhund

Beitrag von Fluse » Mo Feb 20, 2017 7:48 pm

Na Goldis... da kenne ich ausschließlich SEHR sensible :roll:

Es kommt sicher noch viel mehr auf den individuellen Charakter an, als auf die Rasse.

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Re: Assistenzhund

Beitrag von pico » Mo Feb 20, 2017 8:28 pm

Wir lassen unsern Klein Pü ausbilden... Auf unsere Tochter die es im Sozialen,Emotionalen,Motorik,Stress und Wut Bewältigung braucht... Aber auch zur Selbstständigkeit,Angst überwinden,Mutiger werden...

Mehr und genaues kann ich in paar Monaten vielleicht sagen...

Wir lassen unsern Klein aber bei uns in der Familie Ausbilden...

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pudelig
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Re: Assistenzhund

Beitrag von pudelig » Mo Feb 20, 2017 8:40 pm

Also die Dame von heute aus dem Zentrum macht das so, dass sie 1 x wöchentlich anleitet und der Hund in seiner Familie ist.
Sie hat einen Labbi als Assistenten ausgebildet, eigentlich, um ihn dann entsprechend abzugeben. Sie hat sich dagegen entschieden, sagte, dass es dann gleich noch ein wenig besser mit dem Hund lief, als durch diese Entscheidung noch mehr Nähe kam. Sie hat nun 2 ausgebildetete Assistenten als "Vorführhunde". Aber was für ein Auftrag, selbst nur 1 x pro Woche Input bekommen und dann die Ausbildung des Hundes wuppen. :n010:

Micky ist oftmals schnell gepuscht. Ich glaube nicht, dass er in Frage kommt. Aber auch das überlege ich. Aber das Ding soll erst mal gründlich Weile haben. Im Moment habe ich keinerlei Kapazitäten mehr frei. Ich würde mich sehr über weitere Infos freuen, gern auch als pin.
Viele Grüße
von ilo mit Kleinpudel Micky *02.01.2015 & Zwerg Schlomo *19.03.2018
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Re: Assistenzhund

Beitrag von pico » Mo Feb 20, 2017 9:01 pm

Bei uns läuft es auch so mit einmal die Woche, aber bei uns sind die Ziele auch so das es klappt wenn wir die 6tage dazwischen dann arbeiten...und bei Bedarf ist immer noch die Option das Yonte mal für eine Woche zu den Ausbildern geht... Aber das möchte ich nur im Notfall.... Und unsere Ausbilder haben selber auch ein klein Pudel....

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Re: Assistenzhund

Beitrag von Nickel76 » Mo Feb 20, 2017 9:09 pm

Ich schreibe mal zum zum Schulhund.
Mein Paul hat zuerst mit mir in einer Brennpunktschule gearbeitet (da sind ganz sicher nicht alle "normal"), jetzt sind wir an einer anderen Gesamtschule (mit Inklusion). Wir bewegen uns also auch immer etwas im "therapeutischen" Bereich :D
Er ist extrem sensibel, aber das schätze ich auch sehr an ihm, er würde NIE einen Schüler berühren, wenn dieser das nicht möchte. Und das erkennt er direkt, wenn er das erste Mal die Klasse betritt und seinen "Rundgang" gemacht hat. Jedesmal wieder ein absoluter Gänsehaut-Moment und nicht zu beschreiben!
Und trotzdem gibt er im Job alles, es wird auch der 100. Schüler am Tag noch freundlich begrüßt (wenn dieser es wünscht) und er freut sich immer, wenn er in die Schule darf, obwohl es für ihn sehr anstrengend ist.
Das schafft er auch nur zweimal wöchentlich.
Besitzerwechsel stelle ich mir eher schwierig vor, er ist sehr auf mich fixiert (macht auch zu Hause gerne Theater, wenn ich weg bin). Aber auch er hat es gelernt, dass man mit fremden Menschen arbeiten kann (und macht es heute frei, also ohne Leine).
Ausbildung habe ich selber gemacht (über Wochenendseminare), bin allerdings schon über 20 Jahre in unterschiedlichen Sparten der Hundeausbildung unterwegs....
Viele Grüße von Nicole mit Emma, Paul und Theo

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Re: Assistenzhund

Beitrag von Andolina » Mo Feb 20, 2017 9:18 pm

Juhu,
Ich bilde meinen Churchill ja auch selbst aus, mit viel Hundeerfahrung aber null Ahnung von diesen speziellen Aufgaben... na ja am Anfang war ich da eher naiv :lol:
Ich bin nur ab und an zur Trainerin gefahren und habe mit ihr telefoniert. Da ich alles mit den Füßen mache, kann Niemand anderes meinen Hund ausbilden - wie könnte der/die z.B. Die Scheckkarte mit dem Fuß dem Hund ins Maul reichen :streichel: da fällt Otto Normalo gleich mal hin...
In seiner Jugend hatten wir auf viel krankheitsbedingte Pausen mit Schörk und nun habe ich inzwischen doch Bammel vor der Abschlußprüfung bekommen... ist allerdings nur psycho 8) Schörk ist ein Superkumpel, nicht perfekt aber gesellschaftstauglich und arbeitet nicht nur für mich sondern auch mit meinen Klienten in einer psychologischen Beratungsstelle. Neulich hat er da selbständig einen knackigen Ehekrach geschickt deeskaliert ( ich war noch auf einem gewissen Örtchen) indem er der wütenden Frau die Vorderbeinchen um den Hals gelegt hat und ihr Ohr leckte - ich fand sie dann lachend in den Armen meines Pudels und sie meinte er hätte ihr gezeigt, wie albern der Streit gewesen sei :klatsch:

Zur Sensibilität... alle Hunde sind viel sensibler als wir wohl annehmen würden... sie gehen nur unterschiedlich mit dem emotionalen Kuddelmuddel das wir manchmal aussenden unterschiedlich um. Manche sind verunsichert und ziehen sich zurück, manche tragen alles Leid mit sich herum und werden krank, andere spielen sich den Streß von der Seele und wieder andere wirken tump und unbewegt um sich zu schützen.
Mein Jacky den ich früher hatte, war ein viel souveränerer Rüde als Schörk, er hat mir viel "entgegengesetzt", war aber auch unbesorgt verspielter. Schörk ist darauf angewiesen, dass ich ruhig uNd souverän bleibe - was mir nicht immer gelingt :mrgreen: und wenn er denkt, er macht was falsch, macht er lieber nix, da heißt es Ruhe bewahren und kleine Schrittchen mit großem Kino belohnen.

Für gaaaaaanz viel später würde ich vielleicht eine Hündin bevorzugen, ich habe den Eindruck Rüden sind manchmal eher "Blond" (Sorry Jungs)
Bild . Churchill -
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Re: Assistenzhund

Beitrag von Fluse » Di Feb 21, 2017 8:08 am

Ich finde es total spannend und interessant von diesen persönlichen Ausbildungen mit dem Hund zu lesen!

@ pico: Was hat euer Hund denn dann für spezielle Aufgaben mit eurer Tochter? Oder kann man da gar nicht von speziellen Aufgaben sprechen und es ist eher die stetige Begleitung für sie?

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Re: Assistenzhund

Beitrag von ditte » Di Feb 21, 2017 9:10 am

Ich kenne bei uns einen Großpudel, der als Besuchshund m Altersheim tolle Arbeit leistet. Ich glaube, da sind Pudel durch ihre Sensibilität und Freundlichkeit besonders geeignet. Bei Pudeln, die bei psychischen Problemen (Depressionen, Verhaltensstörugen etc) helfen sollen, sehe ich - eben durch ihre Sensibilität - eher Probleme, da sie "mitleiden". Sie sind dann nicht unbedingt der Stimmungsaufheller. Ich kann bei Sascha sehr deutlich erkennen, das er albern und gut drauf ist,wenn wir gute Laune haben. Dann ist er auch im Ruhemodus völlig entspannt. Gibt es bei uns Probleme ( Krankheit, Unterzuckerungen, Stress etc) ist er nicht entspannt und nicht gut drauf. Er leidet mit - und wenn man dann einen Hund als Assistenzhund dauernd mit seinen Problemen belastet, tut mir der Hund leid.
Aber das sind nur meine Erfahrungen.

Ditte

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Re: Assistenzhund

Beitrag von pico » Di Feb 21, 2017 9:18 am

Ich versuch es mal zu erklären Fluse von so einem Tagesablauf...

Bitte de Text nicht ZITIEREN...Da ich teile wieder löschen werde, möchte nicht das zu viel über meine Tochter im Internet steht...
Zuletzt geändert von pico am Mi Feb 22, 2017 10:40 am, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Assistenzhund

Beitrag von Fluse » Di Feb 21, 2017 9:34 am

Pico, ich danke dir für deine Offenheit!!!

Das klingt wirklich nach einer tollen Zusammenarbeit bzw. nach einer tollen Entwicklung dahin.
Kann ich mir alles gut vorstellen.
Ich wünsche euch alles gute bei dieser Entwicklung und viele tolle Momente, wenn ihr bemerkt, dass es "wirkt" und eure Arbeit Früchte trägt!

Alles Liebe
Alina

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