Katzen o.ä. jagen

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pudelig
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Katzen o.ä. jagen

Beitrag von pudelig » Fr Aug 05, 2016 2:24 pm

Noch eine Frage zur Hetzerei:
Unsere beiden Kater hat Micky auch lange immer gejagt. Das war ein langer Weg. Vor allem die Dickbräsigkeit der Kater hat wohl dazu geführt, dass es nun sehr viel besser geworden ist. Die Kater schnüffeln nun an Micky und er an ihnen. Wenn es (sehr selten) noch mal vorkommt, dass er die Katzen zum Laufen kriegt, dann hetzt er noch hinterher. Ich kann mich aber schon gar nicht mehr erinnern, wann das zum letzten Mal passiert ist. Aaaaaber: fremde Katzen!! oder Eichhörnchen oder auch mal Vögel.
Heute waren wir mit dem Rad unterweg und dann war eine Katze am Wegesrand. Wie reagiere ich denn am besten, wenn er dann wie irre da hin will? Schwere Ansage - ist klar. Aber was noch? Ich habe ihn seit November ausschließlich an der (Schlepp)leine. Da ließ er mich ja fast 1 1/2 Stunde im Wald (fast heulend) stehen und war über alle Berge. Nur der Nase nach. Zu sehen war da nix. Nun habe ich gestern begonnen, ihn mal ohne Leine ins Auto und heraus + wenige Minütchen im Wald am Rad oder zu Fuß mal abgeleint zu lassen. Ich trau mich aber nicht, damit weiterzumachen, weil ich ja weiß, was bei Katze etc. passieren kann.

Also, wenn er dann los will (angeleint) - was sollte ich dann tun, außer harte Ansage. Die bringt ihn ja auch nicht runter!
Ich hatte zwischendurch Reizangel wieder aufgehört, weil ich so unsicher war, ob das in seinem Falle gut ist. Ich habe aber wieder angefangen und dann kann er sich super beherrschen :klatsch: :klatsch: :klatsch: :klatsch:
Viele Grüße
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Re: Katzen o.ä. jagen

Beitrag von steinmarder » So Aug 14, 2016 5:45 pm

Toller Titel! Leider kann ich Dir nicht helfen, da ich ein ähnlich ambitioniertes Exemplar zuhause habe, v.a. wenn es um (unsere) Katzen geht. :roll:

Ich werde aber fleißig mitlesen. Gruß steinmarder
... das ist kein Hund. Das ist ein Pudel!!!

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nase
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Re: Katzen o.ä. jagen

Beitrag von nase » So Aug 14, 2016 6:53 pm

Leider geht es uns ähnlich wie dir. Meine beiden Grazien jagen mit Spurlaut alles, was nicht bei 3 auf dem Baum ist. Da sie nicht nur auf Sicht jagen, sondern oft völlig unvermittelt losspringen, laufen sie im Wald oder am Kanal nur noch an der Schleppleine (natürlich am Geschirr, 5 m schmale Biothane). Das Ende schleift dabei über den Boden. Das schont unser aller Nerven und ich habe im Notfall 2 Sekunden länger Zeit um zu reagieren. Wir haben uns alle daran gewöhnt und es stört auch die Hunde nicht mehr. Außerdem achte ich jetzt sehr strikt darauf, dass die Hunde immer auf dem Weg bleiben, da Pedro schon mehrmals (unbeabsichtigt!) Hasen aufgescheucht hat, als er eigentlich in Ruhe im Gebüsch sein Geschäft erledigen wollte.
LG, Birgit, Kalle und Pedro
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Re: Katzen o.ä. jagen

Beitrag von pudelig » So Aug 28, 2016 9:48 am

Also Schleppleine schleifen lassen, das würde ich mir ja mal gar nicht trauen. Was wäre, wenn ich dann doch nicht schnell genug wäre!?

Meine Hundetrainerin hat mir jetzt zur Wasserspritze geraten. Wenn er z.B. an der kurzen Leine ist und voll im Ziehen und Fixieren ist und nicht ansprechbar ist, dann gibts eine Dusche. Finde ich gut - aber ich habe es noch nicht gemacht, weil ich mich noch nicht durchringen konnte, extra eine Tasche mit Flasche mitzunehmen. So oft ist die Situation ja nicht, vermutlich habe ich genau DANN gerade die Flasche nicht dabei. Aber ich wills mal probieren.
Viele Grüße
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Re: Katzen o.ä. jagen

Beitrag von nase » So Aug 28, 2016 12:50 pm

Also Schleppleine schleifen lassen, das würde ich mir ja mal gar nicht trauen. Was wäre, wenn ich dann doch nicht schnell genug wäre!?
Ich lasse sie ja nicht an der Bundesstraße an der Schleppleine laufen, sondern nur da, wo kein Autoverkehr ist. Außerdem haben wir ein Superpfiff-Kommando etabliert, bei dem sie (fast :wink: sofort) abdrehen und zurückkommen. Trozdem muss ich sie ständig beide im Auge behalten.
LG, Birgit, Kalle und Pedro
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Re: Katzen o.ä. jagen

Beitrag von plüsch » Mo Sep 05, 2016 9:44 pm

Ich würde die Anzeige trainieren.

Das rauszuarbeiten kann je nach Hund wirklich dauern, weil der Moment zwischen Anzeige und durchstarten normal ja nur sehr kurz ist. Pudel sind ja schließlich keine Vorsteher, schon gar nicht, wenn darauf bisher kein Wert gelegt wurde, aber selbst mein Terrier-Spitz Mischling hat das gelernt und zeigt jetzt brav an. Die stand anfangs schreiend in der Leine, wenn sie einen Hasen gesehen hat und war eine halbe Stunde lang nicht zu beruhigen, obwohl der Hase lange weg war.
Jetzt bleibt sie bei Hasensichtung stehen und guckt mit mir zusammen dem Hasen nach =)
Bei Katzen war und ist es noch schlimmer. Da tickt sie immer noch sehr aus, aber sie rast nicht mehr unvermittelt los, sondern bleibt auch da für einen kurzen Moment stehen und der wird gelobt. Austicken wird abgebrochen.

Frodo weiß nicht, dass man Wild jagen könnte. Er hat von Welpe an gelernt Wild anzuzeigen und bis auf wenige Ausnahmen, die ihm einen ziemlichen Anschiss eingebracht haben, hält er sich daran. Gerade bei Vögeln war mir das sehr wichtig, weil er an denen schon sehr früh Interesse hat.


Diese Art von Training muss einem aber liegen. Ich schätze den Jagdtrieb meiner Hunde und will ihnen den nicht verbieten, deshalb dürfen sie anzeigen und auf Kommando jagen. Finya darf das nur an der Leine, weil die sich sonst womöglich doch mal vergisst, aber Frodo darf auch frei mal den Krähen hinterher sprinten, wenn ich ihn nach der Anzeige losschicke.

Hilfreiche Bücher sind das von Pia Gröning oder das von Ulli Reichmann.
Sehr unterschiedliche Ansätze, aber ich hab mir halt das für mich passende rausgesucht =)
Liebe Grüße von Resa mit den Plüschis

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Re: Katzen o.ä. jagen

Beitrag von Vreni » Di Sep 06, 2016 7:20 am

Vielen Dank für die Infos.
Darf auch mal einen Vogel jagen. Ein sehr interessanter Ansatz. Werd mir die Bücher mal zu Gemüte führen.
Wie schaut dein Abbruch aus? Verbal? Vreni hört in der Regel nichts mehr, wenn Sie im Jagdmodus ist......
Liebe Grüsse Anna
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Re: Katzen o.ä. jagen

Beitrag von plüsch » Di Sep 06, 2016 2:55 pm

Bei Frodo reicht als Abbruch ein strenges "Nein" oder sogar ein Ähäh, aber der kennt den Adrenalinrausch, den Jagen verursacht auch noch nicht wirklich und wenns nach mir geht, lernt er den auch nie richtig kennen :D

Bei Finya hab ich lange rumprobiert. Eigentlich bin ich bei meinen Hunden doch sehr weichgespült und versuche die so gewaltfrei wie möglich zu erziehen, aber bei Finya bin ich irgendwann einfach nicht mehr weiter gekommen. Die wusste genau, was ich von ihr wollte, wenn sie Wild oder eine Katze sieht, aber sie hat sich so hochgespult, dass sie nicht denken konnte.
Als sie dann daheim bei einer Freundin die Katze jagen wollte (sie ist dort immer an der Leine), hab ich ihr genau im richtigen Moment den Fuß seitlich vor die Brust gestoßen. Das hat sie aus ihrem Schreien rausgeholt, sie war ruhig, hat sich hingesetzt und mich angeschaut. Danach gabs einen Leckerliregen.
Seit dem ist sie viel besser kontrollierbar, weil sie weiß, welches Verhalten okay ist und ab wann es verboten ist. Ich musste das bisher auch nicht mehr wiederholen. Sie reguliert sich jetzt von selbst viel besser, aber klar helfe ich ihr trotzdem noch dabei.
So einen Abbruch zu setzen, wäre mMn aber unfair, wenn der Hund noch kein Alternativverhalten kennt. Kennt er keines, kippt er mitunter direkt nach der Maßregelung wieder in das Verhalten, das er davor gezeigt hat und man muss ihn wieder strafen. Das ist ja nicht Sinn der Sache.

Was bei welchem Hund hilft, ist halt sehr unterschiedlich. Bei Frodo wäre diese Reaktion zB völlig übertrieben gewesen. Der hätte danach die Welt nicht mehr verstanden.
Liebe Grüße von Resa mit den Plüschis

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