Angstbeißen beim Scheren, bürsten und Kämmen

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chienti

Angstbeißen beim Scheren, bürsten und Kämmen

Beitrag von chienti » Sa Apr 22, 2006 12:51 pm

Habe ein großes Problem mit Chicco. :(
Weiß ja leider nicht was er alles in seinem "ersten Leben" erlebt hat, aber es ist ein Albtraum, wenn man nur versucht ihn zu bürsten, oder zu scheren.
Er wird total agressiv, die Augen quellen regelrecht aus seinem Kopf und er fängt an wie wild um sich zu beißen.
Das letzte Mal hatte ich ihn dann beim Hundefriseur, der möchte ihn aber auch nicht mehr behandeln. Da ich jetzt umgezogen bin und in der Nähe eines großen Waldes wohne, wo wir auch viele Biotope und Teiche haben, sind die Hunde natürlich jeden Tag im "Matsch".
So wie sie dann aussehen kann ich sie unmöglich aufs Sofa lassen.
Bei Lisa (Jack Russel) ist das ja kein Thema, aber Chicco muß dann natürlich mal eben unter die Brause.(ohne Shampoo)
Zumal er auch noch den halben Wald im Fell hängen hat.
Bis dahin habe ich ihn nur selten mal abgeduscht.
Von dem Tag an, als ich ihn jetzt seit langer Zeit das erste Mal wieder geduscht habe (diesmal mit Babyshampoo, weil er so stank und gerade kein Hundeshampoo zur Hand war) fing er an zu filzen.
Heute morgen habe ich dann versucht ihn selber zu scheren, denn rausbürsten lässt er sich die Filzknubbel auch nicht und man kann regelrecht zusehen, wie sie sich vermehren und vergrößern. Eine Maschine besitze ich leider noch nicht, bin aber auf der Suche. Eigentlich ging es mit Kamm und Schere ganz gut, zumindest auf dem Rücken. Als ich dann Beine, Brust und Kopf in Angriff nahm bzw. nehmen wollte, fing er erst an zu schnappen und drehte schließlich völlig durch. Ich gab nicht auf, schnappte ihn mir erneut, denn mit "lieb zureden" kam ich bei ihm nicht weiter.
Auch Ochenziemer konnten ihn nicht ablenken, nur ich war schon leicht benebelt von dem Gestank.
Er biss mich in seiner Verzweiflung so stark, dass es anfing zu bluten.
Bei seiner nächsten Gelegenheit ergriff er allerdings wieder die Flucht.
Das Spiel ging dann fast eine Stunde so.
Jetzt brauche ich erstmal eine Pause. Hattet ihr auch schon mal so einen ängstlichen Hund und was kann ich tun?
Schäme mich, wenn ich gleich mit dem halbfertigen Hund Gassi gehen muss.
:oops:
Ich glaube, ich mache erst heute Abend weiter.

Pudelrudel

Beitrag von Pudelrudel » Sa Apr 22, 2006 4:05 pm

Hallo
Das kenne ich von meiner Aimee ,
Abhilfe hat hier ein Maulkorb gebracht , den ich ihr am Anfang überzog .. Ging nicht anders , mit der Zeit hat sie gemerkt das ihr nichts passierte und ich konnte den Maulkorb ablassen .

Maulkorb mit viel Leckchen schmackhaft machen ..

gruß Bärbel

chienti

Beitrag von chienti » Sa Apr 22, 2006 6:57 pm

Pudelrudel hat geschrieben:Hallo
Das kenne ich von meiner Aimee ,
Abhilfe hat hier ein Maulkorb gebracht , den ich ihr am Anfang überzog .. Ging nicht anders , mit der Zeit hat sie gemerkt das ihr nichts passierte und ich konnte den Maulkorb ablassen .

Maulkorb mit viel Leckchen schmackhaft machen ..

gruß Bärbel
Danke Bärbel,
aber wie schere ich dann das Köpfchen?

Liebe Grüße Sylvia

Pudelrudel

Beitrag von Pudelrudel » Sa Apr 22, 2006 7:20 pm

Köpfchen machst du ganz zum Schluß , natürlich ohne , oder Versuch den Hund in Stückchen :lol: zu scheren , heute die Beinchen .. Morgen den Rest .. sichlich wirds lange dauern bis er es ganz zuläßt ,,,,, mal mit Fleischwurst oder Käse bestechen , wenn er mal einen Moment gut still hält .
Sollte er sich streuben nicht aufhören du beendes das Kämmen , sonst hat er gewonnen und versucht es immer wieder ,, nicht durch gehen lassen .

Gruß Bärbel

Pudelfreund
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Knurren beim Scheren...

Beitrag von Pudelfreund » Di Mai 15, 2007 5:34 pm

Hallo,
ich kenne das nur allzu gut.
Unser Stoffel ( fast 14jährig und seit 6 Monaten bei uns) dreht total
ab wenn ich ihn bürste. Zähne fletschen, knurren etc.
Ich stelle ihn auf den Trimmtisch und machen einen Maulkorb um.
Geht leider nicht anders. Schätze er hat im vorherigen Leben schlechte
Erfahrungen gemacht.
Vielleicht ist es auch Unsicherheit. Er ist fast blind und taub.
Aber stressig ist es allemal. Zum Hundefriseur trau ich mich mit ihm erst
garnicht.
Versuche es mit Maulkorb.
Gruß Dorothee

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Beitrag von schnuckelhase100 » Di Mai 15, 2007 6:04 pm

Hallo! Der Tip mit dem Maulkorb wäre mir auch eingefalen, würde ich auf jeden Fall versuchen und dann am besten in entspannter Haltung bürsten üben, wenn er müde ist nach dem Spaziergang und toben. Dann mit weicher Bürste erst mal langsam daran gewöhnen, daß es auch schön sein kann gepflegt zu werden.Luna haßt das bürsten auch, allerdings ist sie so klein, das sie nicht wirklich beißen kann , daß es weh tut. Übe auch noch mit ihr.
Sie hat nie schlechte Erfahrungen gemacht und hat trotzdem Angst beim Scheren.
Liebe grüße
Michaela & Co.
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Piccolina
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Beitrag von Piccolina » Mi Mai 16, 2007 8:47 am

und momentan würde ich sie wirklich nur Kurz auf dem Tisch behalten auch wenn sie nicht ganz fertig ist
damit sich nicht soviel strss auf baut
wenn ich meine komplett mache lasse ich sie auch immer zwischen durch runter und es gibt ein leckerchen
wir setzten uns zusammen in den Sessel und ich trink was

das tut uns immer ganz gut
ruhe rein zu bringen
LG Bianca

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ulli55
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Beitrag von ulli55 » Mi Mai 16, 2007 10:19 pm

Hallo Sylvia,
dieses Problem kenne ich auch. Mein Rocky, Kleinpudel, 18 Monate "jung", ist bis vor ca. sechs Wochen in Bezug auf Kämmen und Bürsten auch sehr wehleidig gewesen. Er hatte an den Beinen ziemlich langes Haar, was an den Außenseiten der Gelenke leicht filzte. Er fand das Bürsten gar nicht gut und hat sich jeden Tag dagegen gewehrt (sich auf dem Trimmtisch aufgebäumt, nach der Bürste geschnappt usw.). Er hatte zum Schluss kein Vertrauen mehr.
Ich habe ihn dann kurzerhand mit dem 9,5-mm-Scherkopf ganz abgeschoren, bis auf Krone und Ohren - die habe ich lang gelassen. Die Beine sahen zwar etwas komisch aus, besonders die Hinterbeine. Ich wollte, dass er die Erfahrung machte, dass das Bürsten mal ein paar Wochen nicht wehtut.
Es hat geholfen! Jetzt bürste ich meine beiden Pudeljungs am Abend, wenn sie sich ausgepowert haben. Rocky wehrt sich nicht mehr, sondern streckt mir seine Pfoten schon zum Bürsten entgegen. Auch darf ich ihm mittlerweile das Gesicht und alle 4 Pfoten ausrasieren, was bis vor kurzem auch etwas problematisch war.
Natürlich tut es dem Hund weh, wenn du versuchst, die Filzknoten auszubürsten. Das versuche ich erst gar nicht, zumal wenn die Knoten zu groß sind. Dann schneide ich sie mit der Schere längs zu dem Fell auf oder ganz heraus.

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Das ist Rocky im letzten Jahr mit "Sommerschnitt".
Liebe Grüße
Ulrike und die Pudeljungs
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Beitrag von Zuckerschnute » Do Mai 17, 2007 1:04 pm

Hallo Ulli,

sehe ich das auf dem Foto richtig, daß dein Rocky weiß+braun ist?
Aus welcher Farbverpaarung kommt dein Rocky?
Gefällt mir persönlich sehr gut diese Farbkombination. :D
LG Manuela
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Valentin
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Re: Angstbeißen beim Scheren, bürsten und Kämmen

Beitrag von Valentin » Fr Jan 26, 2018 7:40 pm

Hallo!

Mein Valentin ist aus dem Tierschutz, fast 4 Jahre alt und seit knapp 2 Jahren jetzt bei uns. Lt Hundetrainerin ist er eindeutig in seinem früheren Leben geschlagen worden.
Ich hatte auch das Problem mit dem knurren/beißen/schnappen beim bürsten und scheren. An kämmen war erstmal nicht zu denken...
Und ohne Maulkorb ging erstmal nichts.
Ich habe mir eine ganz weiche Pferdekopfbürste (Babybürste geht auch) geholt und laaaaangsam angefangen. Über den Rücken 1x gestrichen -> gelobt + Leckerli, und das ein paar mal wiederholt. Das ganze täglich und sowohl von der Zeit, wie auch von den Körperstellen (von einfach zu problematisch) her über Wochen gesteigert. Dann bin ich schließlich auf einen Terrierstriegel bzw Haarbürste (so eine Anti-Ziep-Bürste für Kinder) umgestiegen und das dann auch langsam von den unproblematischeren zu den problematischeren Stellen hin gesteigert bis ich schließlich eine normale Bürste für Pudel nehmen konnte und mittlerweile sogar kämmen kann. Er hat immer besser gelernt sich zu beherrschen. Mittlerweile motzt er meist nur noch. Fährt er zu hoch oder fängtt wieder an zu beißen, bekommt er den Maulkorb an und weiter gehts mit bürsten.
Beim scheren war es das selbe Problem, da ging es gar nicht ohne Maulkorb. Anfangs habe ich ihn zusammen mit meiner Mutter (einer musste ihn festhalten, einer scheren) geschoren, bis ich den Rat der Trainerin und einer Freundin beherzigte und zu einer Hundefriseurin ging. Dort klappt es sehr gut, sie kommt prima mit ihm klar!
Alles hat ewig gedauert, aber es lohnt sich! Also durchhalten!

Pinch
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Re: Angstbeißen beim Scheren, bürsten und Kämmen

Beitrag von Pinch » Sa Jan 27, 2018 2:28 pm

ich würde auch einen Maulkorb nehmen, aber gleichzeitig mit Clicker und Belohnung arbeiten. Vorausgesetzt er ist nicht so gestresst, dass er Futter ablehnt. Dann würde ich alles belohnen, Schnuppern an der Bürste, Schere etc. einmal bürsten und wieder runter, es braucht sehr viel Geduld. Gleichzeitig könntest du überlegen mit Tellinton Touch zu arbeiten zur allgemeinen Entspannung oder ein Entspannungssignal mit Entspannungsduft trainieren. /color]
Schön ist es auf der Welt zu sein
:wav:Petra mit Platon & Gisela 🌺Ninja, Aron und Tiffy im Herzen♥️

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